Brief an die Aktionäre

«Hohe Visibilität – ein Markenzeichen der Zug Estates.»

Liebe Aktionärinnen, liebe Aktionäre

Zug Estates konnte im vergangenen Geschäftsjahr 2016 das Wachstum der letzten Jahre erfolgreich konsolidieren. Zeitgleich hat der Verwaltungsrat mehrere Investitionsvorhaben genehmigt und damit die Weichen auf weiteres signifikantes Wachstum gestellt. Drei der vier bewilligten Projekte sind bereits in Bau, der Baustart für das vierte Projekt ist auf Frühjahr 2017 geplant. Ich erlaube mir deshalb in meinem Vorwort, die ausserordentlich hohe vergangene wie zukünftige Entwicklungsdynamik in den langfristigen strategischen Kontext der Unternehmung zu stellen.

Transformation in wenigen Jahren

Rückblickend ist festzuhalten, dass sich Zug Estates schon bei der Kotierung Mitte 2012 auf Areale, Quartiere fokussierte – nicht auf einzelne Objekte. Dieser Ansatz war im branchenspezifischen Umfeld ziemlich einzigartig und wurde anfänglich auch mit einer gewissen Skepsis beobachtet. In den vergangenen fünf Jahren, in denen das Marktumfeld in allen Immobiliensektoren liquider wurde und sich die Nachfrage insbesondere in den Retail- und Büroflächen graduell veränderte, hatte sich dieser spezifische strategische Fokus zu bewähren.

Der aktuelle Geschäftsbericht zeigt, dass die Strategie richtig war. Zug Estates hat das grosse Wachstum der letzten Jahre erfolgreich umgesetzt und vollvermietet im Markt verankert. Das ursprünglich vor allem kommerzielle und gewerbliche Flächen umfassende Portfolio wurde diversifiziert und umfasst heute einen bedeutenden Anteil an Wohnnutzungen. Der Mietermix ist vielfältiger geworden, das systemische Ausfallrisiko konnte gesenkt werden. Mit einem um rund 40% gesteigerten Liegenschaftenertrag und einer kontinuierlich verbesserten operativen Marge generierte Zug Estates profitables Wachstum. Der Geschäftsbereich Hotel & Gastronomie, der 2012 knapp 40% des Gesamtumsatzes dargestellt hat, trägt heute bei gehaltener Marge noch etwas mehr als einen Viertel zum Gesamtumsatz bei. Das Eigenkapital liegt trotz grosser Investitionen stabil bei über 60%, die Eigenkapitalrendite hielt sich im Mehrjahresdurchschnitt bei soliden 8%. Die Ausschüttung konnte jährlich um rund 10% erhöht werden. Daraus resultiert eine gegenüber vergleichbaren Unternehmen überdurchschnittliche Gesamtperformance. Insgesamt eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Sie bildet die solide Basis, auf der im vergangenen Geschäftsjahr die nächste Phase der Unternehmensentwicklung eingeleitet worden ist.

Wegleitende Prämissen für die nächsten Jahre

Der Verwaltungsrat hat nicht nur das bisher Erreichte kritisch zu beurteilen, sondern hat sein Augenmerk vor allem auch auf die prospektive Unternehmensentwicklung unter Würdigung der Risikolandschaft zu richten. Dies betrifft einerseits die getroffenen Investitionsentscheide im Umfang von rund CHF 340 Mio. für die Portfolioerweiterung und von rund CHF 100 Mio. für die Promotion (Wohnturm Aglaya), andererseits die Akzente und Prämissen der Unternehmensstrategie. Für die weitere Unternehmensentwicklung der nächsten Jahre sind dabei die folgenden strategischen Zielsetzungen wegleitend.

Zukunftsweisende Portfoliostrategie

Der strategische Fokus auf Areale und Quartiere soll mit einer standort-adäquaten Positionierung zukunftsweisend weiterentwickelt werden. Im Zentrum von Zug steht für die nächsten Jahre die bauliche, funktionale und nutzungsspezifische Erneuerung eines gewachsenen Stadtteils mit urbanem Nutzungsmix aus Retail, Dienstleistungen, Hotellerie und Wohnen im Vordergrund. Die entsprechenden planerischen Vorbereitungen und die Evaluation von Verdichtungsmöglichkeiten sind eingeleitet; eine Umsetzung in den nächsten Jahren wird angestrebt.

Das Areal Suurstoffi wird mit den bereits beschlossenen Investitionsvorhaben bis 2021 weitgehend fertig gebaut sein. Mit den 2017/2018 bezugsbereiten Wohn- und Dienstleistungsbauten, dem Wohnturm Aglaya (2018/2019) und dem entstehenden Hochschulcampus (2019) wird das Areal zu einem attraktiven Unternehmens- und Wohnstandort mit hoher Konnektivität und schweizweiter Strahlkraft weiterentwickelt. Die beiden Areale sind in der Nutzung breit diversifiziert und weisen einen Mix an nicht korrelierenden Mietersegmenten auf. Die auf hohe Funktionalität und Vielfalt ausgelegten Flächenkonzepte sind auch für künftige Nutzeransprüche gut ausgelegt.

Nutzerorientierte Innovationskraft

Bei Immobilien wird Innovation oft mit spektakulärer Architektur gleichgesetzt. Anstelle von Architektur-Ikonen fokussiert Zug Estates auf integrale, identitätsstiftende Quartiere. Es wird Wert gelegt auf eine funktionale, hochwertige Architektur mit einem vielfältigen Nutzungsmix und diversifizierten Flächenlayout und auf einen ebenso sorgfältig gestalteten komplementären Aussenraum mit hoher Qualität. Ergänzend zum Flächenangebot werden Services in den Bereichen Wohnen, Community, Co-Working und Mobilität evaluiert, damit die Funktionalität der Quartiere verbessert und Identitäten verstärkt werden können. Mit dieser eher funktional orientierten Innovationskraft werden die kompetitiven Flächennutzungskonzepte weiterentwickelt und neuen Nutzerbedürfnissen zugänglich gemacht.

Gelebte Nachhaltigkeit

Im Kontext mit der zukunftsweisenden Portfoliostrategie steht auch die Zielsetzung, das gesamte Portfolio nur mit erneuerbarer Energie und ohne CO2-Emissionen zu betreiben. Seit 2012 werden die gemessenen und von der Hochschule Luzern verifizierten Werte veröffentlicht. Bereits mit den aktuellen Kennziffern weist Zug Estates im Peer-Vergleich mit Abstand die tiefsten CO2-Emissionswerte aus. Das Areal Suurstoffi erfüllt die gesetzten Ziele vollumfänglich. Der Wärme- und Kältebedarf wird zu kompetitiven Preisen vollumfänglich auf dem Areal bereitgestellt respektive gespeichert. Damit entsteht eines der grössten Quartiere in der Schweiz, das vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben wird und einen hohen Autonomiegrad aufweist. Im Zentrumsareal werden diese Ziele in absehbarer Zeit mit den eingeleiteten Massnahmen ebenfalls umgesetzt sein. Neben der Energie wird ein ressourcenschonender Ansatz auch beim naturnah gestalteten Aussenraum und bei der Auswahl der Baumaterialien verfolgt.

Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass sich Zug Estates mit diesen strategischen Prämissen unternehmerisch weiterentwickeln kann und dass sich die spezifische Gestaltungskraft weiter entfalten wird. Damit soll auch in einem wohl weiterhin von einem Flächenüberhang geprägten Markt ein besonders attraktives und kompetitives Portfolio sichergestellt werden. Geschäftsleitung und Mitarbeitende sind für diese Herausforderungen gut aufgestellt.

Financial Guidance 2021

Mit der festgelegten Portfoliostrategie und einer hohen Transparenz in der angestrebten Unternehmensentwicklung wird den Aktionären eine über das laufende Geschäftsjahr weit hinausgehende Orientierung ermöglicht. Bei einer plangemässen Realisierung der genehmigten Investitionsvorhaben kann bis 2021 ein Wachstum der Liegenschaftenerträge von rund 40% erwartet werden. Wie in den vergangenen Jahren soll auch künftig mit profitablem Wachstum eine adäquate Steigerung des Unternehmenswertes und des Ausschüttungssubstrats angestrebt werden.

Der bevorstehenden Generalversammlung beantragt der Verwaltungsrat eine weitere um 12% erhöhte Ausschüttung. Die verrechnungssteuerfreie Dividende von CHF 23.00 je Namenaktie B wird aus Kapitalreserven ausgeschüttet. Weiter wird der Generalversammlung die Wahl von Beat Schwab als Präsident des Verwaltungsrats vorgeschlagen.

Mit einem grossen und herzlichen Dank verabschiede ich mich aus dem Verwaltungsrat. Es war mir eine grosse Ehre, in einem Gremium mitwirken zu dürfen, das mit hoher Kompetenz und grosser Effektivität die Unternehmensentwicklung gestaltet. Im Namen des Verwaltungsrats danke ich den Mitarbeitenden und der Geschäftsleitung der Zug Estates für den engagierten Einsatz. Ihnen liebe Aktionärinnen und Aktionäre danke ich für das Vertrauen, das Sie der Unternehmung entgegenbringen.


Zug, März 2017

Hannes Wüest
Präsident des Verwaltungsrats

Mein Bericht

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